Murray Bookchin

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(5 – WOLFGANG HAUG: Murray Bookchins Abkehr vom Anarchismus. Das Problem der Herrschaft als grundlegende Ursache der ökologischen Krise, in: »graswurzelrevolution« No. 406 vom Februar 2016)
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Was die Menschen zu »Fremden« der Natur gegenüber gemacht hat, sind soziale Veränderungen, die viele Menschen zu Fremden in ihrer eigenen sozialen Umgebung werden ließen: die Herrschaft des Alters über die Jugend, der Männer über die Frauen sowie der Männer untereinander.
Heute wie vor Jahrhunderten gibt es Menschen -- Unterdrücker -- die buchstäblich die Gesellschaft besitzen, und andere, von denen Besitz genommen wird.
Heute wie vor Jahrhunderten gibt es Menschen -- Unterdrücker -- die buchstäblich die Gesellschaft besitzen, und andere, von denen Besitz genommen wird.
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Solange die Gesellschaft nicht von einer vereinten Menschheit zurückerobert wird, die ihre gesamte kollektive Weisheit, ihre kulturelle Errungenschaften, technologische Innovationen, wissenschaftliche Erkenntnisse und angeborene Kreativität zu ihrem eigenen Besten und zum Nutzen der natürlichen Welt einsetzt, erwachsen alle ökologischen Probleme aus sozialen Problemen.
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Solange die Gesellschaft nicht von einer vereinten Mensch--heit zurück--erobert wird, die ihre gesamte kollektive Weisheit, ihre kulturelle Errungen--schaften, technologische Innovationen, wissen--schaftliche Erkenntnisse und angeborene Kreativität zu ihrem eigenen Besten und zum Nutzen der natürlichen Welt einsetzt, erwachsen alle ökologischen Probleme aus sozialen Problemen.
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=="Kommunikation ist das Wesen der Freiheit." ==
=="Kommunikation ist das Wesen der Freiheit." ==

Aktuelle Version vom 3. September 2021, 10:16 Uhr

Inhaltsverzeichnis

Murray Bookchin

100jahre in 2021

14.01.1921 - 30.07.2006

Murray Bookchin: Die nächste Revolution

Murray Bookchin Die nächste Revolution Libertärer Kommunalismus und die Zukunft der Linken

Herausgegeben von Debbie Bookchin und Blair Taylor, aus dem amerik. Englisch übersetzt von Sven Wunderlich, Vorwort von Ursula K. Le Guin

978-3-89771-594-3 September 2015 Seiten: 224 Preis: € 16,00

http://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/die-naechste-revolution-detail


»Über die Jahre hat Murray Bookchin seine eindrucksvollen Fähigkeiten und sein Engagement in vielen Bereichen unter Beweis gestellt: sei es Geschichte, Technologie, gesellscha ftliche Organisation, die Suche nach Freiheit und Gerechtigkeit und vieles andere mehr. Immer hat er Einsichten, Erkenntnisse, originelle und provokante Thesen sowie anregende Visionen beigetragen. Diese neue Textsammlung über radikale Demokratie ist Zeugnis seiner Lebensleistung.« /Noam Chomsky/

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Vorwort von Ursula K. Le Guin

...

Eine kapitalistische Ökonomie lebt per se von ihrem Wachstum; so bemerkt Bookchin: »Würde der Kapitalismus von seiner gedankenlosen Expansion ablassen, beginge er sozialen Selbstmord.«  Im Grunde haben wir als Leitbild für unser Gesellschaftssystems ein Krebsgeschwür gewählt.

...

Murray Bookchin war Experte für gewaltlose Revolutionen. Zeit seines Lebens dachte er über geplante und ungeplante radikale Veränderungen der Gesellschaft nach, und darüber, wie man sich darauf vorbereiten könnte. Das vorliegende Buch führt seine Ideen nach seinem Leben weiter, in jene bedrohliche Zukunft hinein, der wir heute entgegensehen.

...

https://www.unrast-verlag.de/images/stories/virtuemart/product/594_bookchin_naechste-revolution_vorwort.pdf


Leseprobe

Eine freie und ökologische Gesellschaft kann – im Unterschied zu einer Gesellschaft, die durch eine autoritäre Elite oder durch den ›freien Markt‹ bestimmt wird – nur in Gestalt einer ökologisch-konföderalen Form des libertären Munizipalismus geschaffen werden. Wenn freie Kommunen nach und nach die Nation ersetzen, und konföderale Organisationsformen den Staat ablösen, dann wird sich die Menschheit vom Nationalismus befreit haben.

http://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/die-naechste-revolution-detail

Murray Bookchin: Die Neugestaltung der Gesellschaft

1992, ISBN 3-922209-35-1

Was die Menschen zu »Fremden« der Natur gegenüber gemacht hat, sind soziale Veränderungen, die viele Menschen zu Fremden in ihrer eigenen sozialen Umgebung werden ließen: die Herrschaft des Alters über die Jugend, der Männer über die Frauen sowie der Männer untereinander. Heute wie vor Jahrhunderten gibt es Menschen -- Unterdrücker -- die buchstäblich die Gesellschaft besitzen, und andere, von denen Besitz genommen wird. Solange die Gesellschaft nicht von einer vereinten Menschheit zurückerobert wird, die ihre gesamte kollektive Weisheit, ihre kulturelle Errungenschaften, technologische Innovationen, wissenschaftliche Erkenntnisse und angeborene Kreativität zu ihrem eigenen Besten und zum Nutzen der natürlichen Welt einsetzt, erwachsen alle ökologischen Probleme aus sozialen Problemen.

"Kommunikation ist das Wesen der Freiheit."

Murray Bookchin (19xx-2006)

s.a. Yona Friedman


Wikipedia

- http://de.wikipedia.org/wiki/Murray_Bookchin

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The Murray Bookchin Reader

Englisch, PDF, 258 Seiten https://libcom.org/files/Murray_Bookchin_Reader_-_Ebook.pdf bzw. https://libcom.org/search/node/Murray%20Bookchin%20pdf

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Lit

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   * (1971). Post-Scarcity Anarchism. Berkeley: Ramparts Press.
   * (1972). "On Spontaneity and Organization." Anarchos.
   * (1974). "Toward an Ecological Society." Roots.
   * (1974). "Reflections on Spanish Anarchism. Our Generation.
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   * (1975). "Energy, Ecotechnology, and Ecology." Liberation.
   * (1977). The Spanish Anarchists. New York: Harper and Row.
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   * (1979). "Marxism as Bourgeois Sociology." Comment.
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   * (1983). "The Last Chance: An Appeal for Social and Ecological Sanity." Comment.
   * (1984) Re-Enchanting Humanity: A Defense of the Human Spirit against Antihumanism, Mysticism and Primitivism. New York: Black Rose Books,
   * (1984). "Theses on Libertarian Municipalism." Our Generation.
   * (1984). "What Is Radical Social Ecology?" Harbinger.
   * (1985). "Radicalizing democracy: a timely interview with Murray Bookchin conducted by the editors of Kick It Over Magazine." Toronto, Ont.: Northern Lights Press.
   * (1986). Modern Crisis. Philadelphia: New Society.
   * (1986). "Radicalizing democracy: a timely interview with Murray Bookchin conducted by the editors of Kick It Over Magazine". Toronto, Ontario: Northern Lights Press.
   * (1987). Philosophy of Social Ecology. New York: Black Rose Books.
   * (1987). The Rise of Urbanization and the Decline of Citizenship. San Francisco: Sierra Club.
   * (1987). "Social Ecology versus 'Deep Ecology'". Green Perspectives. 4-5.
   * (1987). "Thinking Ecologically: a Dialectical Approach", Our Generation. 18, 2.
   * (1989). "New social movements: the anarchic dimension".in For Anarchism: History, Theory, and Practice. Goodway, D., ed. London: and New York: Routledge. pp. 259-274.
   * (1990). Remaking Society. Montreal: Black Rose Books.
   * (1990). The Philosophy of Social Ecology: Essays on Dialectical Naturalism. Montreal: Black Rose Books.
   * (1992). Urbanization without Cities: The Rise and Decline of Citizenship. Montreal: Black Rose Press.
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   * (1993). Deep Ecology & Anarchism: A Polemic. London: FreedomPress.
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   * (1994). To Remember Spain: The Anarchist and Syndicalist Revolution of 1936. Edinburgh and San Francisco: A.K. Press.
   * (1994). "The sixties myths, realities, lessons". Wilton, NH: Turning the Tide. (2 videocassettes)
   * (1995). From Urbanization to Cities : Toward a New Politics of Citizenship. London; New York: Cassell.
   * (1995). Re-enchanting humanity: a defense of the human spirit against antihumanism, misanthropy, mysticism, and primitivism. London; New York: Cassell.
   * (1995). Social Anarchism or Lifestyle Anarchism: Unbridgeable Chasm. Edinburgh and San Francisco: A.K. Press.
   * (1996). The Third Revolution, vol. 1. London: Cassell.
   * (1998). The Third Revolution, vol. 2. London: Cassell.
   * (1999). Anarchism, Marxism, and the Future of the Left: Interviews and Essays, 1993-1998. Edinburgh and San Francisco: A.K. Press.
   * (2002). "The Communalist Project." Harbinger; Communalism.
   * (2004). The Third Revolution, vol. 3. London: Continuum.
   * (2005). The Third Revolution, vol. 4. London: Continuum. Bookchin, M. and Foreman, D. (1991). Defending the Earth: A Dialog Between Murray Bookchin and Dave Foreman.

301109


Soziale Netzwerke: Die wichtigsten Regeln für XING, Facebook & Co

PDF 88,9 KB http://is.gd/94pBQ


Facebook verboten: Die Social Media Strategie bei Continental

www.cio.de Facebook und Twitter sind bei Continental verboten. Dafür führt CIO Ralf Brunken jetzt eine interne Social-Media-Plattform für 80.000 Mitarbeiter ein. Eine aktuelle KPMG-Studie bestätigt ihn in diesem Projekt.

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Sonntag, 07.12.2014, 14.05 Uhr: Feature am Sonntag ==

”Wir sind wie Götter und wir können genauso gut werden” ===

Die Hippies und der Cyberspace Von Martina Groß

Auf dem Cover der ersten Ausgabe des “Whole Earth Catalogs” prangte ein Foto der Erde, aufgenommen aus dem All. Wir sitzen alle in einem Boot, war die Botschaft.

Im Katalog fanden sich Anleitungen zum Bau geodätischer Kuppeln und elektronischer Rechenmaschinen neben Literatur von Buckminster Fuller bis Gregory Bateson. Apple-Gründer Steve Jobs verglich die Rolle des Katalogs mit Google, bevor es Google gab. Für Zehntausende von Aussteigern, die Ende der 60er-Jahre in den USA aufs Land zogen und Kommunen gründeten, war der Katalog wie eine Bibel. Und die Verkündigung lautete: Zur Veränderung von Mensch und Gesellschaft bedarf es keiner politischen Aktionen, sondern neuer Technologien. Manche haben diesen Glauben bis heute nicht verloren …

www.swr2.de/feature

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"Buckminster Fuller == explained to me once that because our world is constructed from geometric relations like the Golden Ratio or the Fibonacci Series, by thinking about geometry all the time, you could organize and harmonize your life with the structure of the world." – Einar Thorsteinn


Libertärer Kommunalismus via bbp

Am 14. Januar 2021 wäre MURRAY BOOKCHIN 100 Jahre alt geworden. Er wurde bekannt, weil er der Linken den

Blick für ökologische Fragen öffnete und als er- ster die Forderung aufstellte, nur eine ökologi- sche Gesellschaft könne auch befreiend wir- ken. In jahrzehntelanger Arbeit entwickelte er – unter der Zielvorstellung der Schaffung freier Städte – die Grundzüge des LIBERTÄREN KOM- MUNALISMUS.

1

Als Kind jüdischer Einwanderer aus Ruß- land wuchs er in New York auf.2 Mit 9 Jahren schloß er sich den kommunistischen »Young Pioneers« an.3 Als Jugendlicher stieß er sich im- mer mehr an deren autoritären Ausrichtung und wandte sich Leo Trotzki zu, der zwischen 1938 und 1944 sein »Lehrer« war, wie er es selbst ausdrückte.4 Doch Trotzki wurde 1940 ermordet und das Ausbleiben der erwarteten proletarischen Revolution im und nach dem Zweiten Weltkrieg erforderten eine Weiterent- wicklung ...

...

Quellen zu »Libertärer Kommunalismus« (S. 14):

1 – JANET BIEHL: Der libertäre Kommunalismus. Die politische Praxis der Sozialökologie, Trotz- dem Verlag Grafenau 1998

2 – de.wikipedia.org/wiki/Murray_Bookchin

3 – MURRAY BOOKCHIN: Die nächste Revolution. Libertärer Kommunalismus und die Zukunft der Linken, Unrast Verlag Münster 2015

4 – Interview mit MURRAY BOOKCHIN (1996), Sammlung des Vereins für SozialÖkologische Entwicklung e.V. Berlin

5 – WOLFGANG HAUG: Murray Bookchins Abkehr vom Anarchismus. Das Problem der Herrschaft als grundlegende Ursache der ökologischen Krise, in: »graswurzelrevolution« No. 406 vom Februar 2016

010221 via bbp

Murray Bookchin im Alter von 85 gestorben

Murray Bookchin, visionärer sozialer Theoretiker und Aktivist starb am frühen Morgen des 30. Juli in seinem Haus in Burlington, Vermont.

Während einer fruchtbaren Periode des Schreibens, Lehrens und des politischen Aktivismus, die mehr als ein halbes Jahrhundert währte, formte Bookchin eine neue antiautoritäre Weltanschauung, die ihre Wurzeln in dialektischer Philosophie, Ökologie und libertäreren Ideen hatte, die Sozialökologie. Während der 50er und 60er Jahre schuf er das Vermächtnis einer utopischen sozialen und kritischen Philosophie, forderte dabei den Primat des Marxismus der Linken heraus und verband zeitgenössische Ökologie und urbane Krisen mit Kritik am Kapitalismus und sozialen Hierarchien im Generellen. In den 60ern war er Pionier eines neuen politischen und philosophischen Trend der Synthese, die danach strebte politische Macht durch direkte Basisdemokratie gegen die wachsende Zentralisierung und Machtausbau der Staaten.

http://portland.indymedia.org/en/2006/08/343837.shtml


www.flow-magazin.de handlettering == http://www.flow-magazin.de/article/handlettering ... 180618 via jf


Data Scientist == – „The sexiest job of the 21st century“? Peter Lipp von AZ Direct verrät im Blogartikel, was sein Berufsfeld besonders macht und durch welche Eigenschaften sich gute Data Scientists auszeichnen.

251118 via fb

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Bookchin, als Sohn russisch-jüdi- scher Einwander*innen in den USA geboren, gehört zu einer Zwischen- generation zwischen den alten Linken und der so genannten »New Left«. In kommunistischen und trotzkistischen Gruppen als Jugendlicher sozialisiert, bei den Internationalen Brigaden in Spanien auf Grund seines Alters abge- lehnt, entdeckt er frühzeitig Interesse an ökologischen Themen, die ihn ein Leben lang begleiteten. Bereits 1953 verfasst er unter dem Pseudonym Lewis Herber einen kritischen Beitrag (»Lebensgefährliche ›Lebensmittel‹: Sind unsere Nahrungsmittel noch Lebensmittel?«) über Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln. Es folgen weitere Beiträge zu ökologischen Themen, darunter »Formen der Freiheit« (1977) oder »Ökologie der Freiheit« (1985), die zu modernen Klassikern der Ökologiebewegung geworden sind. Ein Stück weit kann er damit als Vorreiter der (neuen) Ökologiebewe- gung in den USA gelesen werden. Auf sein Engagement geht unter ande- rem die Gründung des immer noch existierenden »Institute for Social Ecology« im Jahr 1971 zurück. Für ihn war Ökologie aber nicht allein zu denken, sondern wurde von ihm stets auch in Bezug auf das menschliche, gesellschaftliche Leben gesehen. Das zeigte sich auch in der Auseinander- setzung mit den Vertreter*innen der Tiefenökologie, namentlich »Earth First!«-Aktivist*innen im Jahr 1987.

Dies verweist auch auf sein Anar- chismus-Verständnis, was sich vor allem in seiner Auseinandersetzung mit den Erfahrungen der sozialen Revolution in Spanien zwischen 1936 und 1937 zeigt. Zudem hat der anar- chistische Kommunismus eines Peter Kropotkins Eingang in sein Denken gefunden. Trotz seines Anarchismus und der Kritik am Staatskommunis- mus, die er unter anderem in dem Essay »Hör zu, Marxist!« (1974) äußert, bildet Karl Marx eine Refe- renz für seine Philosophie – nicht zuletzt vermittelt durch die von ihm geschätzte Frankfurter Schule. Auch hierin zeigt sich seine Zugehörigkeit zur mit den 68ern assoziierten »New Left«, in der unterschiedliche Strö- mungen (mehr oder weniger gut) eine Symbiose eingehen. Während es die Marx‘sche Ökonomiekritik ist, die er aus dem Kommunismus über- nahm, waren es die Herrschaftskritik, Föderalismus und Selbstorganisation, die er aus dem Anarchismus entlieh und in sein Konzept eines libertären Kommunalismus integrierte. Im Kern beruht jenes Anarchismuskonzept auf dezentral organisierten, selbstver- walteten Gemeinschaften in Tradi- tion der idealisierten, griechischen Polis, die in sich direktdemokratisch sind und sich mit anderen Gemein- schaften föderieren. Zentral war für sein Konzept die Einbeziehung einer ökologischen Komponente. Er trug damit auch zu einer Modernisierung des Anarchismus bei, wie sich auch in dem provokanten Buchtitel »Post-sca- rity Anarchism« (1974) zeigte. Dabei verwarf er manches Dogma und stand unter anderem der Gründung der Bundespartei »Die Grünen« Anfang der 80er Jahre in Westdeutschland offen gegenüber.

Eine weitere, wichtige Etappe bei der Theoretisierung des libertären Kommunalismus bildete seine Ausein- andersetzung mit der Stadtsoziologie, die sich zum Beispiel in Werken wie »Die Grenzen der Stadt« (1974) oder »Agonie der Stadt« (1996) nieder- schlägt. Bookchin hat dabei stets die Bedeutung der Ökologie hervorgeho- ben und nicht zuletzt die Verbindung von Ökologie und anderen Strömun- gen hergestellt. Laut der Bookchin-Bio- graphie seiner Mitstreiterin Janet Biehl geht sogar der Begriff »Ökofe- minismus« auf ihn zurück. Dies stellt ein weiteres Mal die Vielschichtigkeit seines Denkens unter Beweis.

Bookchin war ein Denker, dessen Schriften Inspirationen sowohl für moderne Utopien – namentlich Ursula K. LeGuins »Planet der Habenichtse« oder Ernest Callenbachs »Ökotopia« – als auch für das sozialökologische Projekt in Rojava boten und bieten. In Anlehnung an eine Gedichtszeile von Erich Mühsam möchte man seinen Gratulant*innen zurufen: »Lest die Bücher des Toten – und erfüllt sein Hoffen.«

Anlässlich des 100. Geburtstages von Murray Bookchin hat die Gustav Landauer Initiative einen kostenlosen Reader mit Texten zum Thema »Ökoanarchismus« zusammengestellt – inklusive einer Bibliographie deutschsprachiger Publika- tionen von und über Murray Bookchin. Er steht auf der Website www.gustav-landauer.org zum kostenlosen Download bereit.

Zu Ehren von Bookchin findet am 14. Januar in der VHS Reinickendorf (Berlin) eine Veranstal- tung unter dem Titel »Sozialökologie: 100 Jahre Murray Bookchin« statt. Nähere Infos unter: www. vhs.berlin.de

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