Viktor Matejka

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Zeitungsausschnittsammlung Viktor Matejka

von Oliver Rathkolb

Seit den 1920er Jahren sammelte der 1901 geborene Autor, Zeitschriftenherausgeber und Volksbildner Viktor Matejka (1945 bis 1949 Stadtrat für Kultur in Wien) Zeitungs- und Zeitschriftenausschnitte, die er nach politischen Auswahlkriterien mit Schlagworten versah und systematisierte. Seine volksbildnerische Devise war dabei: „Es geht nichts verloren, wenn es gesammelt und gesichtet wird“. Dieses permanente „Press Reading“ bildete dann die Basis für einige außergewöhnliche Veröffentlichungen – so für die 1931 erschienene 315seitige Sondernummer der Taschenbuchzeitschrift „Berichte zur Kultur- und Zeitgeschichte: ’Zwischenspiel Hitler’“ oder die „Pickbücher“, die Matejka nach seiner Deportation ins Konzentrationslager Dachau heimlich anfertigte: eine strukturierte Sammlung von Zeitungsausschnitten, mit Hitlerreden und Heeresberichten, Artikeln über Kunst, Literatur, Musik und Philosophie.

Sie wurden in der Häftlingsbücherei heimlich im handlichen Oktavformat gebunden und sind heute im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes in Wien archiviert. Im Dokumentationsarchiv und in der Handschriftensammlung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek befindet sich der schriftliche Nachlass Viktor Matejkas, der 1993 verstorben ist.

In den 1980er Jahren übergab Viktor Matejka der Österreichischen Gesellschaft für Zeitgeschichte laufend aktuelle Zeitungs- und Zeitschriftenausschnitte zu einer Vielzahl politischer und kultureller Themen der 1960er bis in die 1980er Jahren.

Die Sammlung wurde nach Themen alphabetisch geordnet, die von Matejka angelegten Themenmappen in ihrer ursprünglichen Ordnung belassen. Die umfangreiche Sammlung zeichnet sich durch ungewöhnliche Fragestellungen aus und bietet auf Basis einer interessanten Mischung aus Zeitungen und Zeitschriften einen guten Einblick in politische, kulturelle und gesellschaftliche Debatten von den späten 1950er bis in die 1980er Jahre. Die individuelle Gestaltung durch Viktor Matejka, den Helmut Butterweck zu Recht als „lebendes Lexikon der geheimen österreichischen Zeitgeschichte" (Wer war Viktor Matejka) bezeichnet hat, prägt den reichhaltigen und vielfältigen Bestand.

http://www.univie.ac.at/zeitgeschichte/ogz/pdf/matejka_info.pdf ... 130615 i.

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