SKDI

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Der Arbeitskreis für Information Stuttgart, kurz AKI, ist ein Forum für Fortbildung im Informationswesen. Seminare, Vorträge, Führungen & Vernetzung sind die Schwerpunkte der Fortbildungsarbeit des AKI-Stuttgart seit seiner Gründung am 15.12.1986. Der [[AKI]] führt die Arbeit des [[SKDI]] - Stuttgarter Kreis für Dokumentation und Information - fort, der 1964 u.a. von [[Clara E. Müller]] gegründet wurde.
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== SKDI -- [[1964]] - 1986==
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== AKI -- 1986 - 2010==
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Der Arbeitskreis für Information ==
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kurz AKI, == ist ein Forum für Fortbildung im Informationswesen. Seminare, Vorträge, Führungen & Vernetzung sind die Schwerpunkte der Fortbildungsarbeit des AKI-Stuttgart seit seiner Gründung am 15.12.1986. Der [[AKI]] führt die Arbeit des [[SKDI]] - Stuttgarter Kreis für Dokumentation und Information - fort, der 1964 u.a. von [[Clara E. Müller]] gegründet wurde.
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== SKDI / AKI / 2.0 -- 2010 - ...==
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==..==
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== F.W. Kistermann -- 1928-2016==
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------- Weitergeleitete Nachricht / Forwarded message -------
 
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Von:            fwkistermann@t-online.de (F.W. Kistermann)
 
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An:            "Karl Dietz" <Karl.Dietz@gmx.de>
 
Betreff:        AKi Jubiläum
Betreff:        AKi Jubiläum
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Datum:  Sat, 1 Dec 2001 16:12:36 +0100
Datum:  Sat, 1 Dec 2001 16:12:36 +0100
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im Zusammenhang mit dem AKI-Jubiläum ist vielleicht von Interesse, sich der
im Zusammenhang mit dem AKI-Jubiläum ist vielleicht von Interesse, sich der
1989er Jubiläumsschrift zu erinnern:
1989er Jubiläumsschrift zu erinnern:
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25 Jahre Jahre Fort - und Weiterbildung von SKDI und AKI im Stuttgarter Raum.
25 Jahre Jahre Fort - und Weiterbildung von SKDI und AKI im Stuttgarter Raum.
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Mit Veranstaltungsübersicht 1964-1989.
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Mit Veranstaltungsübersicht [[1964]]-[[1989]].
Arbeitskreis für Information - AKI - Stuttgart und Stuttgarter Kreis für
Arbeitskreis für Information - AKI - Stuttgart und Stuttgarter Kreis für
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Dokumentation und Information SKDI, 1989,  
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Dokumentation und Information SKDI, 1989, 49 + 24 Seiten.
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49 + 24 Seiten.
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Seinerzeit wurde ich gebeten, den ersten Fachvortrag zu halten, zum Thema:
Seinerzeit wurde ich gebeten, den ersten Fachvortrag zu halten, zum Thema:
Einführung in das IBM Lochkartenverfahren und die elektronische
Einführung in das IBM Lochkartenverfahren und die elektronische
Datenverarbeitung.
Datenverarbeitung.
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Am 21. April 1965 hieß dann das Thema: Datenverarbeitungsanlagen in der
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Am 21. April [[1965]] hieß dann das Thema: Datenverarbeitungsanlagen in der
Dokumentation.
Dokumentation.
Es war eine sehr interessante Zeit, aber die breitere EDV-Anwendung war noch in
Es war eine sehr interessante Zeit, aber die breitere EDV-Anwendung war noch in
weiter Ferne.
weiter Ferne.
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Der PC der IBM kam erst 1981 in USA und 1983 in Deutschland, mit erheblichen
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Der PC der [[IBM]] kam erst 1981 in USA und 1983 in Deutschland, mit erheblichen
Preisen  
Preisen  
(im Vergleich zu heute mit den Kapazitäten von HW und SW: ALDI !).
(im Vergleich zu heute mit den Kapazitäten von HW und SW: ALDI !).
Mein erster PC (IBM PC II, nur Disketten !) kostete an die DM 9,000 (mit Monitor
Mein erster PC (IBM PC II, nur Disketten !) kostete an die DM 9,000 (mit Monitor
und Drucker).  
und Drucker).  
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Meine erste Textverarbeitung: WORD Version 1; keine Datenbanken verfügbar.
Meine erste Textverarbeitung: WORD Version 1; keine Datenbanken verfügbar.
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Fritz Kistermann
Fritz Kistermann
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------- Ende der weitergeleiteten Nachricht / End of forwarded message -------
 
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ganz herzlichen Dank!!
ganz herzlichen Dank!!
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Ich habe neulich im [[KVK]] mal recherchiert, in welchen Katalogen  
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Ich habe neulich im KVK mal recherchiert, in welchen Katalogen  
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die AKI/SKDI-Festschrift verzeichnet ist.  
die AKI/SKDI-Festschrift verzeichnet ist.  
Es war 1 in ganz Deutschland. :(
Es war 1 in ganz Deutschland. :(
Wahrscheinlich haben wir vergessen, die Pflichtexemplare  
Wahrscheinlich haben wir vergessen, die Pflichtexemplare  
abzuliefern. ;)
abzuliefern. ;)
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Herzliche Gruesse
Herzliche Gruesse
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k.
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[[Karl Dietz]]
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hier ein text von clara aus der 1. aki-festschrift in 1989
 
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Clara E. Müller
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Anzeige von Friedrich Wilhelm Kistermann | Wir Trauern
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https://trauer.krzbb.de/traueranzeige/friedrichwilhelm-kistermann
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17.02.2016 - Wir Trauern | Friedrich Wilhelm Kistermann 11.06.1928 bis 14.02.2016
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25 Jahre Fort- und Weiterbildung im Stuttgarter  Raum
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010818 rip
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Der Arbeitskreis für Information - AKI - feierte  sein  25-jähriges
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Jubiläum und stellte es unter den  Titel:
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25 Jahre Fort- und Weiterbildung
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[[IBM]] baut den Superchip.
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Er kann ein Buch mit bis zu 300 Seiten speichern.
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Tagesschau vom 03.07.1989: Super-Chip
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Ich schalte meine Erinnerungen auf das Jahr 1964  zurück und
 
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überlege, was damals in Stuttgart und in  Deutschland an
 
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Dokumentation und Information  vorhanden  war.
 
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Zunächst ist festzustellen, daß man in jenen Jahren  eigentlich nur
 
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von Dokumentation gesprochen hat.  Die  Auslegung des damals
 
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noch relativ neuen  Begriffs  besagte: Dokumentation sei das
 
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Zusammenholen und  Sammeln von Erkenntnissen,  Fakten,
 
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Daten, deren  Bereithaltung durch  systematische Speicherung, die  Weitergabe auf  Anfrage oder als gezielte Information  zu
 
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Forschung  und Enticklung. Man betrachtete also  Bereithaltung
 
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und Weitergabe, die sich gegenseitig  bedingenden  Tätigkeiten,
 
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als eine Funktion; man ahnte  noch  nicht, welche dominierende
 
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Rolle die Information -  insbesondere durch Entwicklung der
 
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technischen  Hilfsmittel - einst spielen würde.
 
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Im Jahre 1941 - also 23 Jahre vor der Gründung des  AKI  - hatte
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== [[Harald Haendler]] ==
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ich mit einer Dokumentationstätigkeit  auf dem  sehr umfassenden
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Zwischen Dilettantismus und Perfektion - Erinnerungen und Betrachtungen
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Sektor Bauwesen begonnen.  Für diesen  Bereich bestand -
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wenigstens in  Deutschland - noch  keine Arbeitsstelle, doch
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Bedarf. Es war Krieg, eine  Umschau im Ausland  nicht möglich. In
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Berlin gab es die  Deutsche  Industrie Norm (DIN), den heutigen
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Deutschen  Normenausschuß, der bereits 1927 einen
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Fachnormenausschu8 Bibliotheks-, Buch- und   Zeitschriftenwesen
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ins Leben gerufen hatte; er war  eine neutrale, helfende,
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vermittelnde Stelle für  alle,  dle um jene Zeit mit
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Dokumentationsarbeit  begannen. Zwar wurde 1941 eine Deutsche
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Gesellschaft für  Dokumentation  gegründet, sie war jedoch durch
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die  Kriegsverhältnisse nicht in der  Lage, geplante Aufgaben und
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Ideen zu realisieren. Sie löste sich  bel Kriegsende auf.  So war es
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der Deutsche Normenausschuß in Berlin / West,  der  unmittelbar
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nach Kriegsschlu8 - erstaunlicher- und   glücklicherweiße - die
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Erlaubnis erhielt, für das geteilte  Deutschland weiterzuarbeiten.
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Er rief die Interessierten in  seine  verschiedenen
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Arbeitsausschüsse, in denen sie sich  kennenlemten. Die
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Berufsbezeichnung war  ”Dokumentalist”, im  Anklang an die im
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Ausland  gebräuchliche Version ”documentalist”.  Es fanden
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Arbeitstagungen in Berlin / West, häufig in Düsseldorf,  auch  in
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Frankfurt und Wiesbaden statt, aber auch in Berlin / Ost,  wodurch
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auf breiter Basis Kontakt gepflegt werden konnte  und
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Meinungsaustausch möglich war.  Es wäre nun aber falsch zu
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denken, daß die 40er Jahre der  Anfang der Dokumentation seien.
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Es sind mir aus den 30er  und  sogar aus den 20er Jahren
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Bestrebungen, Gruppen  und kleinste  Grüppchen bekannt, deren
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Arbeiten mit Recht  der Dokumentation  zugerechnet werden
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dürfen; sie alle  befaßten sich irgendwie mit  der Sammlung von
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Fakten,  deren Weitergabe bzw. Austausch von  lnformationen. Sie alle entwickelten Systeme zur technischen  Durchführbarkeit  ihrer Gedanken. Auch sie waren nlcht die Ersten.
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Denken wir nur an das Mittelalter unserer eigenen  Geschichte, so
 
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finden wir auf Bildern Gelehrte oder Mönche  dargestellt, mit dem
 
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Buch in der Hand und dem Zettelkasten  neben sich. Und wlr
 
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kennen alte Berichte und  Beschreibungen, z.B. von
 
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Forschungsreisenden, in denen  sehr wohl auf anderweitig
 
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gemachte Erfahrungen  hingewiesen wird. Und auch in
 
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überkommenen  Disputationsberichten, z.B. in theologischen,
 
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mangelt es  nicht an Beweisen für Dokumentation. Doch verlassen
 
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wir  Spekulationen und wenden uns wieder der eigenen Zeit zu
 
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Auf der Spurensuche kommen wir bis zum Jahr 1895  zurück, als
 
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in Brüssel ein Institut Internationale de  Bibliographie (IIB)
 
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gegründet wurde, aus dem in den 20er  Jahren unseres
 
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Jahrhunderts  das lnstitut Internationale de Documentation (IID)
 
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wurde und  schließlich 1937 die Fédé  ration Internationale de
 
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Documentation (FID) in Den Haag.  1805 ist für mich das
 
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Gründungsjahr der modernen  Dokumentation  und es ist
 
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beglückend zu wissen, daß von  allem Anfang an eine  Reihe von
 
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denkbar interessierten  Deutschen, insbesondere aus  dem
 
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Bereich der  Bibliotheken, mitgearbeitet hat.  Als vorwiegende
 
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Aufgabe wurde dle Bereitstellung elnes  Ordnungssystems
 
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betrieben. Ordnungssysteme lassen  sich für  jedes
 
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Interessengebiet erfinden. Auf meinem Sektor  der
 
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Baudokumentation z.B. waren noch Ende der 40er  Jahre aus
 
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Mitteleuropa mehr als 60 Systeme bekannt. Alle  hatten nur lokale
 
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Bedeutung und waren an die  Sprachgrenze gebunden. In Brüssel
 
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wurde das von dem  Amerikaner Melvil Dewey entwickelte
 
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dezimale System  übernommen, dass universale und universelle
 
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Möglichkeiten bietet. Durch Weiterentwicklung der  Grundidee,
 
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steten Ausbau und Übersetzung in die deutsche  Sprache, wurde
 
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es zu der vom Deutschen Normen-  ausschuß, Berlin,
 
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herausgegebenen Dezimalklassifikation  (DK).  Im Jahr 1948
 
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wurde dle Deutsche Gesellschaft für  Dokumentatlon  (DGD) zum
 
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zweitenmal gegründet. Auf den  jährllchen Arbeits-,  später
 
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Jahrestagungen war nun  regelmäßg Möglichkeit gegeben,  neue
 
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Probleme, aber auch  gute Erfahrungen kennenzulernen.  Die 3.
 
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Jahrestagung fand in Stuttgart statt 1951.  Der einzige damals zur
 
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Verfügung stehende grö8ere Saal,  war im  Kurhaus Bad
 
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Cannstatt. Nachdem der  Wiederaufbau noch nicht  ganz beendet
 
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war, saßen die  Festgäste zeitweise unter Ihren  Regenschirmen,
 
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was  durchaus zur heiteren Stimmung beitrug. Für  das Interesse
 
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der damaligen Teilnehmer spricht die Tatsache, daß  die
 
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Besichtigung meiner Dokumentationsstelle, die für 20 Uhr
 
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festgesetzt war, wegen Programmverspätungen erst nach
 
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Mittemacht stattfand: es waren immerhin noch mehr als 20
 
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Personen!  Schnell wurde damals erkannt, da8 eine einheitliche
 
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Ausbildung  für die spezielle Tätigkeit in Dokumentation und
 
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Informatlon nötig  ist.  Auf der 5. Arbeitstagung der DGD in Goslar
 
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legte am 5.  November  1953 Dr. Karl Fill sein Papier vor:  Thesen
 
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zur Ausbildung von Dokumentalisten. [1]  Es war entstanden auf
 
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Grund zahlreicher Gespräche und  Debatten  unter den Leitern von
 
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Dokumentationseinrichtungen und  Bibliothekaren, die  geeignete
 
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Mitarbeiter unter rein persönlichen  Gesichtspunkten heranzogen.
 
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Im Rahmen der DGD wurde 1954 ein Kuratorium für
 
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Nachwuchsbildung eingerichtet, das noch im selben Jahr  einen
 
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ersten, kurzen Fachlehrgang durchführte.  Im Winter 1957/58
 
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startete der erste Vollehrgang, der mlt  einer  Prüfung abschlo8.
 
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Für diesen und alle folgenden  Lehrgänge  blieben Fill’s Thesen die
 
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Grundlage.  Woher kamen wohl die Lehrkräfte? Ganz einfach: es
 
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waren  die  Leiter von Dokumentationsstellen, die sich für ihre
 
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Aufgaben das  Nötige selbst erarbeitet hatten und nun  versuchten,
 
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das Spezielle  zum Allgemeingültigen  umzuprägen und eigene
 
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Erfahrungen weiter-  zugeben.  Auch einige Bibliothekare gehörten
 
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zum Lehrkörper, die  aus  ihrem Beruf Längstgeregeltes
 
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beisteuerten.  Vieles war noch und blieb auch in Bewegung, das
 
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zeigen  die  Programme der Lehrgänge. Die Dozenten haben
 
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ihrerseits  zweifellos in den gemeinsamen  Planungsdiskussionen,
 
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den  Aufnahmegesprächen mit den  Bewerbern und in der
 
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Prüfungskommission noch vieleriei  hinzugelernt.  Gleichzeitlg
 
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begann damals der Kampf um den Aufbau  eines  Berufsbildes, um
 
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die staatliche Anerkennung des  Berufes  Dokumentar und seiner
 
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Ausbildung, ebenso aber  auch das  Bemühen, Staat, Industrie,
 
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Hochschulen,  überhaupt jedermann,  vom Nutzen und der
 
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Notwendigkeit  des Einsatzes der  Dokumentation zu überzeugen.
 
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1 Nachrichten für Dokumentation 5(1954), H.1, S.28-32
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[[Kategorie:AKI 2.0]]
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[[Kategorie:BW]]
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[[Kategorie:Clara]]
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[[Kategorie:DZ]]
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[[Kategorie:VAB]]
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Aus dem Kreis der Lehrgangsteilnehmer heraus wurde im  Jahre
 
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1961 eine berufsständische Vereinigung gegründet,  der Verein
 
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Deutscher Dokumentare (VDD), der sich jetzt  Berufsverband
 
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Dokumentation, Information, Kommunikation  nennt und der auch
 
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heute noch um die Verankerung der  beruflichen Tätigkeiten in den
 
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einschlägigen Tarifverträgen,  um Aus- und Weiterbildung Sorge
 
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tragen mu8.  Als die Deutsche Gesellschaft für Dokumentation ihr
 
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1.  Mitgliederverzeichnis mit dem Stand 1.Juli 1961
 
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herausbrachte,  waren es bereits über 200 in der  Dokumentation
 
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Tätige.  Ich will jetzt nicht auf alle diejenigen hinweisen, die sich in den  Anfangszeiten für Dokumentation eingesetzt und für sie
 
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gekämpft  haben - es sind alles gute, unvergessene  Kameraden
 
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gewesen;  eine große Zahl von Frauen war  darunter, die meisten in
 
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leitender  Position.  Und nun bin ich in meinem historischen
 
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Überblick wieder im  Jahre  1964 angekommen, in dem der AKI
 
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sein  Gründungsjahr sieht.  In Stuttgart und in etlichen Kilometern
 
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Umgebung gab es  damals  etwa so viele
 
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Dokumentationseinrichtungen wie  Industrie- Büchereien und
 
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Spezialbibliotheken und etliche -  auch ganz  besonders
 
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interessante - mehr. Für welche sie  auch tätig waren,  alle
 
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Dokumentare hatten dieselben  Sorgen:
 
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* nicht genügende Beachtung und deshalb zu geringe  Stützung,  Förderung, Dotierung, sei es durch die  Geschäftsleitungen oder  vorgesetzte Dienststellen
 
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* nicht genügend Verständnis oder auch Zutrauen derer,  denen die  Dokumentation bei ihren speziellen Aufgaben, Forschungen,  Entwicklungen, Ermittlungen helfen wollte  und sollte
 
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* Schwierigkeiten bei der Gewinnung und Aufbereitung des immer  umfangreicheren Materials  und der geeigneten  Mitarbeiter
 
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* USW., USW., USW.
 
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So kamen 1964 in Stuttgart einige Dokumentare  zusammen, um
+
==[[Clara E. Müller]] -- 1900-1998==
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Gedanken auszutauschen, die Meinung der  Kollegen zu den
+
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eigenen Problemen zu hören, ein bißchen  zu klagen und gute und
+
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üble Erfahrungen vorzustellen. Man  fand Gefallen an den
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Zusammenkünften; es war eine  bescheidene, zwanglose, stetig
+
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wachsende, heitere Runde,  in der auch Querköpfe wohl gelitten
+
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waren.  Man dachte zunächst nicht an eine Vereinsgründung,
+
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hatte  auch  keine systematischen Programme für Weiterbildung
+
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im Sinne. Es  ergab sich alles von selbst. So wurde z.B. bei
+
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einem Treffen von  einem Dokumentar ein Problem aus  seinem
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Arbeitsbereich  vorgestellt, erläutert und zur  Diskussion gestellt,
+
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an der sich  beteiligte, wer etwas  beitragen konnte. Oder man
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besichtigte eine  Dokumentationsstelle und bekam die (damals
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noch so  dürftigenl)  technischen Einrichtungen vorgeführt.
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Umfangreiche  Schlagwortlisten, die in Mode kamen, wurden
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gemeinsam, aber  wohlwollend, zerpflückt, und als gar  Thesaurus
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und Computer in  den Blick kamen, mangelte es  nie an Stoff zum
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Streitgespräch.  Wesentliche Anregung  erwuchs au8erdem aus
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den  Besichtigungen der gro8en  Fachdokumentationsstellen und
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der  Spezialbüchereien.  Jeder Einzelne war zur geistigen Mitarbeit
+
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gefordert und zur  Formulierung seiner Gedanken: es war im
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wahrsten Sinne  Fort- und Weiterbildung.  Aus der 1964 kleinen
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Schar wurde ein immer grö8erer  Kreis, der  am 15. Dezember
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1986 in dem heute ofizielll  bekannten  Arbeitskreis für Information -
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AKI - aufging, einem  Verein mit  Vorstand, Beirat und Satzung,
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unter der  Schirmherrschaft der  Arbeitsgemeinschaft der
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Spezialbibliotheken (ASPB) und der  Deutschen Gesellschaft  für
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Dokumentation (DGD).  Der Name AKI zeigt, dass sich die
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Information die  Dokumentation  untergeordnet hat - eine
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Entwicklung, die im  Eingang dieses  historischen Überblicks
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bereits angedeutet  ist.  AKI als offizielle Organisation beweist
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durch seine  umfassenden  Programme, daß er bewußt der Fort-
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und  Weiterbildung dienen  will.  Dazu sei ihm Erfolg und Glück
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gewünscht.
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25 Jahre Fort- und Weiterbildung im Stuttgarter  Raum
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GoogleLinks zum Nachruf auf Clara E. Müller ( )
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http://www.google.com/search?q=clara+dietz+nachruf
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GoogleLinks zu Artikel von Clara E. Müller ( )
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Der Arbeitskreis für Information - AKI - feierte  sein  25-jähriges
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http://www.google.com/search?q=clara+dietz+25+jahre
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Jubiläum und stellte es unter den Titel:
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25 Jahre Fort- und Weiterbildung
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...Sie war eine Pionierin der Dokumentation. Ihr fachlicher Nachlass lagert im Bundesarchiv in Koblenz und wird hoffentlich bald erschlossen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. -KarlDietz, einer der daran interessiert ist. noch wer?
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hier ein weiterer text aus der 1. aki-festschrift in 1989
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Dr. Harald Haendler
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Zwischen Dilettantismus und Perfektion - Erinnerungen und Betrachtungen
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1. Man nennt das jetzt Dokumentation
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Wie es damals war? - lrgendwann sagte Jemand: "Man nennt das Jetzt Dokumentation". Das war 1961 - am Beginn meiner neuen Tätigkeit in Hohenheim. Das heißt, so neu war die Tätigkeit auch wieder nicht, denn mit ähnlichem hatte ich mich schon zehn Jahre vorher beschäftigt - an anderem Ort. Aber nun waren Anstellung und Auftrag neu oder doch erweitert, und eben auch die Bezeichnung für die Tätigkeit. Man nennt das jetzt Dokumentation. Aber bitte, was genau ist das? Ein Fachbuch, ein Standardwerk, ein Lehrbuch könnte Aufschluß geben. Aber, vergessen wir nicht, wlr befinden uns am Anfang der 60er Jahre. Was gab es da schon Einschlägiges? Mit viel Geduld, Zielstrebigkelt und Hilfe der Fernleihe konnte man an ein Exemptar von S.C. Bradfords "Documentation" herankommen - die U.S.-Auflage erschienen 1950 in Washington, D.C. Also, schlagen wir Bradford auf. Was erfahren wir da? Frei übersetzt aus Kapitel 1. erster Satz: "Dokumentation wird durch eine Brüderschaft enthusiastisch Ergebener in peinlich sorgfältiger und altruistischer Arbeit in bescheidener Verborgenhelt (obscurtty I) zum Wohle der menschlichen Gesellschaft ausgeführt." Sie sagen nichts! - Da haben Sie recht, da kann man nur andächtig schweigen. Mir ging es beim Lesen auch so. Und - ehrlich gesagt - für einige Zeit kam ich über diesen ersten Satz nicht hinaus. Die Sache mit der Brüderschaft, der Ergebenheit (oder sollte man besser übersetzen: Besessenheit), dem Enthushsmus, dem Altruismus usw. ging mir nicht aus dem Kopf. Gewiss, ein bißchen stark diese Aufzählung von Begriffen aus dem Ethik- und Ethologie-Vokabular. Aber die Situation - damals - ist nicht schlecht getroffen. Brüderschaft - den Feministinnen darf ich zurufen (and Bradford would agree): Die Schwestem gehören genau so dazu wie sprachlich die Brüder zu den Geschwistem - Brüderschaft also, das ist es, viel- mehr das war es: die Gemeinschaft der Elngeweihten, der Gläubigen, der... nun versteigen wir uns nicht. Viel wichtiger ist: Wie ging es zu, und wer gehörte dazu? Ich sollte Dokumentation betreiben, eine Dokumentationsstelle aufbauen, blsherlge Arbeiten reorganisieren, für neue Aufgaben geeignete Methoden finden. War ich nun Adept im hehren Orden oder war ich Außenstehender? Die höheren Weihen Jedenfalls - das wurde mir bald klar - hatte ich noch keineswegs empfangen, auch wenn ich mich schon früher auf den Pfaden eines Dewey oder Ranganathan bewegt hatte - wohl mehr Intuitiv als sicher im Glauben. lso war es notwendig, nach den Prinzipien zu suchen, nach den Zusammenhängen, nach den Gesetzmäßigkeiten, die der Informationsverarbeltung und -vermittlung zugrunde liegen. Es war erforderlich, über Maßnahmen nachzudenken, über Wege und Methoden, um den Informationsfluß optimal zu gestalten. Dabel handelte es sich schon damals um verschiedene Arten von Dokumentation: um Datendokumentation einerseits (heute spricht man meist von Fakten), um Literaturdokumentation andererseits. Es kamen dann die mannigfaltigen Probleme der internen und externen Organisation hinzu, d.h. die Probleme bezüglich der eigenen Dokumentationsstelle als auch solche der Zusammenarbeit im nationalen Verbund - später auch solche der Kooperation im internationalen System. Es zeigte sich auch bald, daß es nicht nur die Methode, nur den einen alleinseligmachenden Glauben im Orden der Eingeweihten geben konnte, sondern daß es verschiedene Wege geben musste - um so mehr, als auch die Ziele, die Aufgabenstellungen nicht immer gleicher Art waren. Im Allgemelnen läßt sich schnell eln Plan, ein Schema finden, aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Beides ist notwendig: Einsicht in die Zusammenhänge (Theorie) und Kenntnisse über die an anderem Ort von anderen Personen gewonnenen Erfahrungen (Praxis). Vor allem das Letztere läßt sich schwerllch aus Büchem und Schriften entnehmen, darüber kann auch alle Liebe zur Literatur nlcht hinwegtäuschen. Wo also sind die Eingeweihten, die enthusiastischen Brüder und Schwestern des hehren Ordens? In der Verborgenheit arbeiten sie - sagt Bradford. Machen wir uns also auf dle Wanderschaft und suchen sie auf an den Stätten ihres geheimnisvollen Wirkens. - Und so geschah es.
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2. Lehr- und Wanderjahre?
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Um es vorweg zu sagen: Das Wandern zog slch über viele Jahre hin, natürlich nlcht permanent, sondem sporadlsch. Immer wleder machte ich mich auf den Weg - allein oder mlt Mitarbeitern aus der sich inzwischen vergrößernden Dokumentationsstelle oder mit Kollegen aus der deutschen Agrardokumentation. Und Immer wieder Heimkehr und Aufbereitung: Was war für die Entwicklung des eige- nen Systems brauchbar - was nicht. Und es wurde im eigenen Bereich geplant und organisiert und reorganisiert, wo es notwendlg war. Dabei war, nebenbei bemerkt, die Planung für die bundesdeutsche Agrardokumentation eine Entwicklung, die Bände füllt; elnige Kapitel dazu sollte ich später schreiben. Die Reisen gingen In äalle Weltä. Es ging schon bald zu den Kollgen der pharmazeutischen Dokumentation in Leverkusen und Basel. Die Pharmazie war ja schon immer vom dokumentarischen Pioniergeist erfüllt; Sie erinnern sich doch: 1830 Pharmazeutisches Zentralblatt, die Geburtsstunde der Dokumentationt in Basel sahen wlr nun die ersten Computer-Recherchen, noch mit sequentiellem Durchlauf von Magnetbändem; das war 1964. Im gleichen Jahr ging es kreuz und quer durch die USA. Bei der National Library of Medicine in Bethesda, Maryland, - bis dato Wirkungsstätte von F.Wilfred Lancaster, später weltbekannter Autor dokumentarischer Lehrbücher - war gerade MEDLARS, das medizinische Informationssystem, angelaufen. Daß es später einmal eine Art deutscher äFilialeä - DIMDI - hierzu geben würde, ahnten wir damals noch nicht. In Cleveland, Ohio, saßen wir zusammen mlt einem anderen Pionier der Dokumentation, mit Jesse Shera, damals schon fast erblindet. Ja, da waren sie, dle Brüder vom Orden der Eingeweihten; an vielen Orten zwischen California und Massachusetts fanden wir sie. Aber nicht nur dort. Es ging nach England und Schotttand zu den Kollegen der Commonwealth Agricultural Bureaux, die in späteren Jahren elne interessante, fast sprunghafte Entwlcklung durchmachen sollten. Die Reisen gingen in die Niederlande, wo man in Sachen Dokumentation ja auch zu den "Frühaufstehern" gehörte, und zu vielen anderen Orten und Ordensbrüdern. Es waren meist eindrucksvolle Begegnungen. Ich sah, wie unterschiedlich Dokumentation betrieben werden konnte. Nein, es gab nicht das Geheimrezept, es gab vlele Methoden, und es gab Erfahrungen vielerlei Art. Aber überall waren in der Tat Menschen mit großer Einsatzfreudigkeit und Begeisterung am Werk, Menschen, die slch mit den Grundlagen des Informationswesens in emsigem geistigem Bemühen auseinandersetzten, und Menschen, die aufgeschlossen waren für neue Wege und neue Techniken. Es war eine Freude, dlesen Menschen zu begegnen; und aus manchen der damaligen Bekanntschaften wurden lebenslange Freundschaften. Später kamen durch meine Tätigkeit In Internationalen Gesellschaften und Gremien viele weitere kollegiale und freundschaftliche Verbindungen hinzu.
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3. Warum in die Ferne schweifen?
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Sie meinen, man könne das Gute auch in der Nähe finden. Natürlich, auch. Aber ich sagte ja schon: Es gibt nlcht das dokumentarische Geheimrezept für alle und alles. Dokumentation wird auf vielerlei Weise und für viele Zwecke betrieben, und nicht zu vergessen: auch für vüelerlei Arten von Benutzern. Man kann gar nicht weit genug herumschauen, um von diesem Vielen wenigstens Einiges kennenzulernen. Es gibt viele von anderen an anderem Ort gewonnene Erfahrungen, die - neben den eigenen - zum Nutzen des eigenen Systems und dessen Benutzern verwertet werden können. Natürlich gab es auch - auch damals schon - Stätten solider dokumentarischer Erfahrungen in Stuttgart. Deutlich ist mir noch ein erster Besuch bei KClara E. Müller in der Dokumentationsstelle für Bautechnik ln der Sllberburgstra8e in Erinnerung. Und es blieb nlcht bei diesem ersten Gespräch, sondern viele mlt ihr und ihrem Team, besonders mit Carola von Dltterich, folgten. Auch hier freundschaftliche Verbindungen, dle bis heute bestehen. Auch die in dieser frühen Zeit erfolgte Begegnung mit Bernhard Klrchhof ist in diesem Zusammenhang zu nennen. Und damit sind wir schon bei den Initiatoren des "Stuttgarter Kreises". Es war eine wahrhaft gute Tat, die in verschiedenen Fachbereichen, aber in geographischer Nähe wirkenden Dokumentare zusammenzuführen. Dle Brüder und Schwestem kamen nun aus ihren "Klosterzellen" heraus zum Informations- und Erfahrungsaustausch. Man traf sich regelmäßig "reihum" an den jeweiligen Wirkungsstätten, um den Kollegen Einblick in die eigene Tätigkeit und auch in die eigenen Probleme zu geben. Man holte andere Dokumentare aus anderen Bereichen herbei, um auch ihre Erfahrungen kennenzulernen. Diese Möglichkelt des Kennenlemens der Menschen und ihrer Tätigkeiten wurde gerade in den ersten Jahren gerne angenommen. Man erhielt Anregungen und lernte dazu. Und hier könnte man nun das Bradford-Wort von der Brüderschaft auf den "Stuttgarter Kreis" übertragen: ein Kreis von engagierten Dokumentationsbeflissenen (um es etwas weniger pathetisch auszudrücken), die bemüht waren, slch durch Erfahrungsaustausch für ihre Aufgaben immer qualifizierter zu machen, sich fortzubilden.
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4. Geben ist seliger denn nehmen
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Zwar lernt der Mensch so lange er lebt (er sollte es jedenfalls!), aber mit zunehmendem Fortschreiten seiner geistigen Entwicklung, mit steigendem Erfolg seiner Fortbildung, kommt er mehr und mehr auch in die Lage, sich selbst aktiv am Wissens- und Erfahrungsaustausch zu beteiligen. Austausch ist ja nicht Bewegung in einer Richtung, ist nicht nur Nehmen, sondern auch Geben. Und es ist gut und erfreulich, daß man mit zunehmender Reife mehr und mehr in die Lage kommt, nun auch weitergeben zu können, was man selbst einst gelernt und erfahren hat. Ja, Geben ist seliger denn Nehmen; oder, wie es in einer älteren Verslon heißt: Geben lst königlicher denn nehmen. Der Übergang vom Nehmen zum Geben vollzog sich zunächst sehr allmählich und fast unbemerkt. Anfangs bemühten wir uns innerhalb der eigenen Dokumentationsstelle in Colloquien um gegenseitige Fortbildung: Geben und Nehmen. Dann klopft jemand an die Tür, und es wird ihm geöffnet. Es wlrd gefragt, und man antwortet, man zeigt, man erklärt. Schon sind wir mittendrln: Man berichtet über eigene Erfahrungen, man informiert. Es wird öfter geklopft und gefragt, und es wird häufiger und umfassender geantwortet und erklärt. Es kommen Kollegen - aus dem Stuttgarter Raum oder von weither - und fragen, wo wie ich einst selbst an andere Türen geklopft und die eingeweihten Brüder gefragt hatte. Man kommt spontan oder nach Anmeldung. Man bleibt für kurze oder längere Zelt, für Stunden, für Tage, Wochen oder Monate - oder auch für ein oder zwei Jahre als Praktikant. Aber das ist dann nicht mehr Fortbildung, sondern Ausbildung. Doch beides ist eng miteinander verbunden: die "offizielle" Ausbildung hat (für den Auszubildenden) ein vorher festgelegtes Ende, die Fortbildung findet weiterhin statt, mu8 unbefristet stattfinden. Aber das Geben, das Weitergeben von Wissen und Erfahrungen, war nicht auf Fortbildung begrenzt. Es wurde schon bald auch "institutionalisiert" in Form von Lehraufträgen. Und In diesem Zusammenhang erinnere ich mich wieder dankbar an Aktivttäten von Bernhard Kirchhof und an unsere daraus resultierenden Lehraufträge an der Universität Stuttgart and an der Fachhochschule für Bibliotheks- wesen - später kamen andere hlnzu. Das Hineinwachsen in dlese Lehrtätigkeit war durch den Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Kollegen aus anderen dokumentarischen Bereichen gut vorbereitet. Man hatte sich eingeübt in das Abstrahieren vom eigenen Fachgebiet, man erkannte mehr und mehr die eigentlichen Prinziplen, die allgemein gültigen Gesetzmäßigkeiten - ohne durch "Betriebsblindheit" In den Anschauungen begrenzt zu sein. Es gab auch andere "offizielle" Aufträge zum Geben im Rahmen der Fortbildung von Menschen und der Entwicklung von Systemen: bei Lehrgängen, bei Kongressen und Konferenzen, bei Sitzungen verschiedener Gremien im nationalen und besonders im internationalen Bereich. So glng ich häufig wieder auf Wanderschaft, nun vorwiegend als Gebender, nach London und Paris, nach Luxemburg und Rom, nach Mexiko, Manila und Nairobi und vielen anderen Orten. Und immer wieder fand dabei Wissens- und Erfahrungsaustausch statt. Und oft traf man dort mit bereits gut bekannten Kollegen zusammen oder traf neue aufgeschlossene Dokumentationsbeflissene. Manchmal war das Geben eine Art Zurückgeben, etwa bei sehr viel späteren Besuchen in Bethesda, Maryland (nun schon als Pensionär), wo ich meine Ansichten und Erfahrungen den Kollegen für die Weiterentwicklung ihrer Systeme übermitteln durfte, an einem Ort also, an dem ich fast ein Vierteljahrhundert vorher an die Tür geklopft hatte - und das nicht vergebens.
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In: 1. [[AKI-Festschrift 1989]] ==
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5. Ignoranten und Scharlatane
 
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Man sagt, es sei nicht alles Gold, was glänzt. So möchte ich denn meine Augen nicht verschlie8en vor dem falschen Glanz - oder sollte man besser sagen: vor den falschen Zungen. Wir dürfen diese negative Seite nicht übergehen. Immer wieder hört man von falschen Ärzten oder Wunderheilern, die ihr Unwesen treiben, bis man ihnen endlich auf die Schliche kommt. In der Dokumentation gibt es - leider - solche Typen auch, nur führt ihr unseliges Wirken nicht gleich zum Exitus des Patienten. Doch Schaden richten sle allemal an: unnötige Aufwendungen für Fehlentwicklungen, Entwicklungen, die in Sackgassen führen, unzureichend funktionierende Systeme und damit unzulängliche Informationsvermittlung. Und sie bringen damit letztlich den ganzen Berufsstand in Verruf. Da gibt es die "klugen Naiven". Sie leugnen einfach, daß für die Dokumentation besondere Kenntnisse und Fähigkeiten erforderilch slnd. Man sollte es nicht glauben, aber ich habe es mit eigenen Ohren gehört: "Das muss man nicht lernen, das kann man doch so". So, als würde jedem Menschen dle Gabe gratis in die Wiege gelegt. Natürlich halten diese Naiven jede Form der Aus-, Fort- und Weiterbildung auf unserem Gebiet für überflüssig. Sie wollen einfach nicht lernen. Hoffen wir, daß die Entwicklung an ihnen vorübergeht, daß sie bald aussterben - vielleicht sind sie es bereits.
 
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Aber bestimmt noch nicht ausgestorben sind die "blinden Hühner". Sie finden zwar gelegentlich auch ein Korn, sagt man, aber das genügt eben nicht. Manche von ihnen betätigen sich seit Jahren in der Dokumentation - nicht selten an einflußreicher Stelle. Sie ignorieren wichtige Grundsätze. Ihnen fehlt das Sensorium, um rezeptieren und reflektieren zu können. Damlt fehlt ihnen auch die Voraussetzung, Situationen richtig zu beurteilen und entsprechende Maßnahmen zu treffen. Gerade sie könnten durch eine Intensive Fortbildung gefördert und Ihr Wirken für den Beruf zum Nützlichen gewendet werden. Aber, was immer man Ihnen anbietet, es wird nlcht angenommen, es fällt "unter die Dornen". Sie wissen nicht, dass sie nichts wissen, oder sie wollen es nicht wissen. Sie ignorieren, weil ihnen Lernen unbequem ist. Und sie klopfen auch an keine Tür. Schlimmer noch als die Ignoranten sind die Scharlatane. Sie wissen zwar, dass sie nichts wissen, aber sie machen glauben, dass sie alles wüssten, besser wüssten als alle anderen. Schlimm wird es, wenn man ihnen tatsächlich glaubt. Und das geschieht leider oft genug, weil der bescheidene Suchende sich leicht durch die Arroganz der Scharlatane blenden lässt. Ja, man sollte es nicht glauben, aber es gibt heute noch - nachdem wir lange schon Ausbildungsmöglichkeiten und Studiengänge für Information und Dokumentation haben - noch viel Dilettantismus auf unserem Gebiet. Dillettantismus scheint überhaupt eine unserer verbreitesten Zeitkrankheiten zu sein; Politik und Kunst führen es uns täglich vor Augen. Aber in der Dokumentation können wir uns Dilettantismus nicht erlauben.
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GoogleLinks==
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6. Wer immer strebend sich bemüht
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GoogleLinks zum Nachruf auf Clara E. Müller ===
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http://www.google.com/search?q=clara+müller+dietz+nachruf
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Nein, mit Ignoranz und Scharlatanerie kommen wir in der Dokumentation nicht weiter. Hier sind solides Grundwissen, Fähigkeiten mancherlei Art und große Erfahrung gefordert. Dazu bedarf es einer gut fundierten Ausbildung, und eben auch lebenslanger Weiterbildung. Man muss sich immer wieder bemühen, man muss anerkennen und erfassen, kritisch verarbeiten, vergleichen und differenzieren. Der Enthusiasmus, von dem einst Bradford sprach, ist auch heute noch erforderlich, nicht nur um sorgfältige Arbeit zu leisten, sondern auch um immer wieder die geistigen und technischen Voraussetzungen für diese Arbeit zu überprüfen, zu verbessem und neueren Entwicklungen anzupassen. Es gibt nicht das perfekte System; die absolute Perfektion hat auch ihre Nachteile. Aber es ist notwendig, unter den gegebenen Möglichkeiten die besten herauszufinden. Man muss slch um eine ständige Annäherung an den Idealzustand bemühen, weg vom Dilettantismus dem perfekten System näherkommen. Dieses "Immer-strebend-Sich-Bemühen" ist nur durch engen Kontakt und ständigen Erfahrungsaustausch im Kollegenkreis zu ermöglichen. Dabei lst es notwendig, die Erfahrungen der anderen Immer wieder auf die Relevanz für den eigenen Wirkungsbereich kritisch zu überprüfen. Auch im Zeitalter der gro8en Datenbanken und der Computer-Recherche ist die Tätigkeit des menschlichen Dokumentars entscheidend für die Qualität der Informationsvermittlung - vielleicht mehr denn je. Fähige Dokumentare sind solche, die bereit sind, ein Leben lang zu lernen, sich fortzubilden, sich dem wachsenden Wissensstand anzugleichen und diesen zu nutzen. Dank verdienen alle diejenigen, die sich über Jahrzehnte bemüht haben, Fortblldung und Erfahrungsaustausch praktisch zu verwirklichen und zu fördern. Sie haben zusätzliche Anstrengungen neben ihrer tägllchen Arbeit - und oft in bescheidener Verborgenheit - auf sich genommen. Unser Dank gilt aber auch all denen, die diese Aufgaben heute fortführen und so dafür sorgen, dass der in der Dokumentation tätige Mensch auch in Zukunft seine Aufgaben qualifiziert erfüllen kann.  
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GoogleLinks zu Artikel von Clara E. Müller ===
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http://www.google.com/search?q=clara+müller+dietz+25+jahre
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aus: AKI Festschrift 1989 - 25 Jahre Fort- und Weiterbildung im Stuttgarter Raum
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Sie war eine Pionierin der Dokumentation. Ihr fachlicher Nachlass lagert im Bundesarchiv in Koblenz
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und wird hoffentlich inhaltlich erschlossen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. [[Karl Dietz]]

Aktuelle Version vom 3. Mai 2021, 19:00 Uhr

Inhaltsverzeichnis

SKDI -- 1964 - 1986

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AKI -- 1986 - 2010

Der Arbeitskreis für Information == kurz AKI, == ist ein Forum für Fortbildung im Informationswesen. Seminare, Vorträge, Führungen & Vernetzung sind die Schwerpunkte der Fortbildungsarbeit des AKI-Stuttgart seit seiner Gründung am 15.12.1986. Der AKI führt die Arbeit des SKDI - Stuttgarter Kreis für Dokumentation und Information - fort, der 1964 u.a. von Clara E. Müller gegründet wurde.


SKDI / AKI / 2.0 -- 2010 - ...

...

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F.W. Kistermann -- 1928-2016

Betreff: AKi Jubiläum

Datum: Sat, 1 Dec 2001 16:12:36 +0100

Sehr geehrter Herr Dietz,

im Zusammenhang mit dem AKI-Jubiläum ist vielleicht von Interesse, sich der 1989er Jubiläumsschrift zu erinnern:

25 Jahre Jahre Fort - und Weiterbildung von SKDI und AKI im Stuttgarter Raum. Mit Veranstaltungsübersicht 1964-1989. Arbeitskreis für Information - AKI - Stuttgart und Stuttgarter Kreis für Dokumentation und Information SKDI, 1989, 49 + 24 Seiten.

Seinerzeit wurde ich gebeten, den ersten Fachvortrag zu halten, zum Thema: Einführung in das IBM Lochkartenverfahren und die elektronische Datenverarbeitung.

Am 21. April 1965 hieß dann das Thema: Datenverarbeitungsanlagen in der Dokumentation.

Es war eine sehr interessante Zeit, aber die breitere EDV-Anwendung war noch in weiter Ferne. Der PC der IBM kam erst 1981 in USA und 1983 in Deutschland, mit erheblichen Preisen (im Vergleich zu heute mit den Kapazitäten von HW und SW: ALDI !). Mein erster PC (IBM PC II, nur Disketten !) kostete an die DM 9,000 (mit Monitor und Drucker).

Meine erste Textverarbeitung: WORD Version 1; keine Datenbanken verfügbar.

Die Geschichte der IBM Datenverarbeitung läßt sich im Haus zur Geschichte der IBM Datenverarbeitung in Sindelfingen, Bahnhofstr. 43 (Ecke Neckarstr.) - an laufenden Maschinen - nachvollziehen. E-Mail: historyh@de.ibm.com

Freundliche Grüße, Fritz Kistermann



Ende der weitergeleiteten Nachricht / End of forwarded message -------


Lieber Herr Kistermann,

ganz herzlichen Dank!!

Ich habe neulich im KVK mal recherchiert, in welchen Katalogen die AKI/SKDI-Festschrift verzeichnet ist. Es war 1 in ganz Deutschland. :( Wahrscheinlich haben wir vergessen, die Pflichtexemplare abzuliefern. ;)

Herzliche Gruesse Karl Dietz


Anzeige von Friedrich Wilhelm Kistermann | Wir Trauern https://trauer.krzbb.de/traueranzeige/friedrichwilhelm-kistermann 17.02.2016 - Wir Trauern | Friedrich Wilhelm Kistermann 11.06.1928 bis 14.02.2016

010818 rip


IBM baut den Superchip. Er kann ein Buch mit bis zu 300 Seiten speichern. Tagesschau vom 03.07.1989: Super-Chip


Harald Haendler

Zwischen Dilettantismus und Perfektion - Erinnerungen und Betrachtungen


Clara E. Müller -- 1900-1998

25 Jahre Fort- und Weiterbildung im Stuttgarter Raum

Der Arbeitskreis für Information - AKI - feierte sein 25-jähriges Jubiläum und stellte es unter den Titel: 25 Jahre Fort- und Weiterbildung

In: 1. AKI-Festschrift 1989 ==


GoogleLinks==

GoogleLinks zum Nachruf auf Clara E. Müller === http://www.google.com/search?q=clara+müller+dietz+nachruf

GoogleLinks zu Artikel von Clara E. Müller === http://www.google.com/search?q=clara+müller+dietz+25+jahre

Sie war eine Pionierin der Dokumentation. Ihr fachlicher Nachlass lagert im Bundesarchiv in Koblenz und wird hoffentlich inhaltlich erschlossen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Karl Dietz

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