Emma Plocher
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Wiki (Diskussion | Beiträge) (Über 10.000 Menschen haben die Nazis 1940 in Grafeneck systematisch mit Giftgas ermordet, als Teil der sogenannten Aktion T4. Die Ermordeten aus Grafeneck waren Menschen mit Behinderung oder psychisch) |
Wiki (Diskussion | Beiträge) (eit den 1980er Jahren tauchten Fotografien von Deportationen aus südwestdeutschen Krankenanstalten und Heimen (Eichberg, Stetten, Ursberg und Liebenau) in der Öffentlichkeit auf. Bilder, die vor Klini) |
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| + | Seit den 1980er Jahren tauchten Fotografien von Deportationen aus südwestdeutschen Krankenanstalten und Heimen (Eichberg, Stetten, Ursberg und Liebenau) in der Öffentlichkeit auf. Bilder, die vor Kliniken wartende Reisebusse zeigen, oft mit Patienten - Frauen, Männer und Kinder – welche vom Begleitpersonal der Busse, aber auch von Ärzten, Schwestern und Pflegern der betroffenen Anstalten zu den Fahrzeugen gebracht werden. Die Busfahrten gingen in eine der T4-Mordstätten, wo die „Fahrgäste“ in einer Gaskammer ermordet wurden. Einige der Aufnahmen haben geradezu ikonischen Charakter. Sie sind visuelles Zeugnis für den ersten organisierten Massenmord, der von 1940 bis August 1941 im Deutschen Reich stattfand. Das nach 40 Jahren des ‚Beschweigens‘ der heimischen Verbrechen die alten ‚Beweisfotos‘ nun an die Öffentlichkeit gelangen, deutet auf einen veränderten Umgang mit diesem staatlichen Verbrechen hin. Die Bilder der Gewalt und des Verbrechens, das legt auch das bundesweit agierende Sammel-Projekt „lastSeen: Bilder der NS-Deportationen“ nahe, sind heute wichtige Hilfsmittel, um die Krankenmorde zu thematisieren und die Dimensionen des Unrechts auszuloten. | ||
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| + | Der Referent Martin Rexer hat in den 1980er Jahren in Tübingen Kulturwissenschaft studiert und im Anschluss ein Volontariat am Landesmuseum Württemberg absolviert. Er hat 1990 zusammen mit Bodo Rüdenburg in Zwiefalten die erste Ausstellung zu den NS-Medizin-Verbrechen 1934 – 1946 an der dortigen staatlichen Heilanstalt erarbeitet. Die Ausstellung, die zum ersten Mal die Rolle der Zwiefalter Einrichtung als „Zwischenanstalt“ zur nahe gelegenen Gasmordanstalt Grafeneck thematisierte, ging danach an mehrere Ausstellungsorte in Württemberg. In der jüngsten Vergangenheit befasst er sich mit Formen der Gedenkkultur und speziell mit den Deportationen von Kliniken und Heimen im Zusammenhang mit den NS-Medizinverbrechen. | ||
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Aktuelle Version vom 13. Februar 2026, 13:41 Uhr
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Inhaltsverzeichnis |
* 19xx
+ 1940 ermordet in Grafeneck
s.a.
http://www.gedenkstaette-grafeneck.de/namensbuch+und+alphabetgarten.html
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weitere infos zu ihr werden im E-learning gesucht eigene hinweise? gerne und jederzeit!
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PMEST
P Personalität (Personality) ... Emma Plocher
M Stofflichkeit, Materie (Matter) ...
E Energie, Dynamik (Energy) ...
S Raum (Space) ... BW, Grafeneck
T Zeit (Time) ... * 19xx + 1940
260724 ... 080126
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via staatsarchiv lubu
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Leonie Fürst: Widerstand gegen die NS-Euthanasie
Am 3. Dezember, 17 Uhr, hält Kathrin Bauer, Mitarbeiterin der Gedenkstätte Grafeneck, im Bürgerhaus Kernen einen Vortrag über Leonie Fürst, die sich 1940 als junge Ärztin mutig gegen die Deportation von Bewohnern der damaligen Anstalt Stetten im Rahmen des „Euthanasie-Programms“ der Nationalsozialisten eingesetzt hat. In der anschließenden Podiumsdiskussion geht es u.a. um die Frage, was wir heute noch aus dieser (Lebens-)Geschichte lernen können.
281124 via mail
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Kurzer Einstieg in die Thematik
In den Jahren 1940 bis 1945 wurden im Deutschen Reich und den besetzten Gebieten insgesamt ca. 300.000 psychisch kranke und behinderte Menschen ermordet.
Zunächst geschah dies in den Jahren 1940 und 1941 zentralisiert in insgesamt sechs Tötungsanstalten (nach 1945 als „Aktion T4“ bezeichnet). Die Opfer wurden dazu aus staatlichen Heil- und Pflegeanstalten sowie aus Anstalten mit kirchlicher und privater Trägerschaft (künftig: Kliniken und Anstalten) in die Tötungsanstalten nach Grafeneck, Brandenburg, Hartheim, Sonnenstein, Bernburg oder Hadamar deportiert, nicht aber von ihrem ursprünglichen Wohnort.
Die erste Tötungsanstalt der „Aktion T4“ wurde im württembergischen Grafeneck auf der Schwäbischen Alb aufgebaut. Das Einzugsgebiet dieser Tötungsanstalt erstreckte sich auf die Kliniken und Anstalten in Baden, Württemberg, Hohenzollern, Bayern und das Rheinland.
Nach der Schließung von Grafeneck im Dezember 1940 erfolgten bis zum Frühjahr 1941 Deportationen aus dem heutigen Baden-Württemberg in die Tötungsanstalt Hadamar (Hessen), die alle über die Heil- und Pflegeanstalten Wiesloch (Baden) und Weinsberg (Württemberg) als sogenannte Zwischenanstalten durchgeführt wurden.
Auch nach der Beendigung der „Aktion 4“ am 24. August 1941 ging das Morden weiter – nun allerdings nicht mehr zentral in Tötungsanstalten, sondern dezentral in den Kliniken und Anstalten selbst. Patientinnen und Patienten wurden nun durch überdosierte Medikamente, Vernachlässigung oder Hungerrationen getötet. An dieser zweiten Phase, der "dezentralen Euthanasie", waren Schwestern, Pfleger, Ärzte, Klinikleitungen, Gesundheitsfunktionäre sowie Mitarbeiter zentraler Staats- und Parteidienststellen beteiligt.
https://www.landesarchiv-bw.de/de/recherche/rechercheratgeber/78476
240725 via site
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Über 10.000 Menschen haben die Nazis 1940 in Grafeneck systematisch mit Giftgas ermordet, als Teil der sogenannten Aktion T4. Die Ermordeten aus Grafeneck waren Menschen mit Behinderung oder psychischen Krankheiten – aus Sicht der Nazis "unwertes Leben". Heute ist an diesem Ort des Verbrechens eine Gedenkstätte eingerichtet und im Schloss Grafeneck leben 70 Menschen mit Handicap. Dass an die Nazi-Verbrechen dort erinnert wird, ist vor allem dem Leiter der Gedenkstätte zu verdanken: Thomas Stöckle. Für ihn ist die Erinnungsarbeit Lebens- und Herzensprojekt.
250126 via fb bzw https://www.kontextwochenzeitung.de
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Seit den 1980er Jahren tauchten Fotografien von Deportationen aus südwestdeutschen Krankenanstalten und Heimen (Eichberg, Stetten, Ursberg und Liebenau) in der Öffentlichkeit auf. Bilder, die vor Kliniken wartende Reisebusse zeigen, oft mit Patienten - Frauen, Männer und Kinder – welche vom Begleitpersonal der Busse, aber auch von Ärzten, Schwestern und Pflegern der betroffenen Anstalten zu den Fahrzeugen gebracht werden. Die Busfahrten gingen in eine der T4-Mordstätten, wo die „Fahrgäste“ in einer Gaskammer ermordet wurden. Einige der Aufnahmen haben geradezu ikonischen Charakter. Sie sind visuelles Zeugnis für den ersten organisierten Massenmord, der von 1940 bis August 1941 im Deutschen Reich stattfand. Das nach 40 Jahren des ‚Beschweigens‘ der heimischen Verbrechen die alten ‚Beweisfotos‘ nun an die Öffentlichkeit gelangen, deutet auf einen veränderten Umgang mit diesem staatlichen Verbrechen hin. Die Bilder der Gewalt und des Verbrechens, das legt auch das bundesweit agierende Sammel-Projekt „lastSeen: Bilder der NS-Deportationen“ nahe, sind heute wichtige Hilfsmittel, um die Krankenmorde zu thematisieren und die Dimensionen des Unrechts auszuloten.
Der Referent Martin Rexer hat in den 1980er Jahren in Tübingen Kulturwissenschaft studiert und im Anschluss ein Volontariat am Landesmuseum Württemberg absolviert. Er hat 1990 zusammen mit Bodo Rüdenburg in Zwiefalten die erste Ausstellung zu den NS-Medizin-Verbrechen 1934 – 1946 an der dortigen staatlichen Heilanstalt erarbeitet. Die Ausstellung, die zum ersten Mal die Rolle der Zwiefalter Einrichtung als „Zwischenanstalt“ zur nahe gelegenen Gasmordanstalt Grafeneck thematisierte, ging danach an mehrere Ausstellungsorte in Württemberg. In der jüngsten Vergangenheit befasst er sich mit Formen der Gedenkkultur und speziell mit den Deportationen von Kliniken und Heimen im Zusammenhang mit den NS-Medizinverbrechen.
am 26.03.2026, 19-21 uhr in lubu
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